Ausbildung 2008

2008 gab es drei Treffen der Fachgruppe, und es wurden folgende Schwerpunktthemen behandelt:

 

1. Prävention in der Grundausbildung
• Welche Inhalte und Einstellungen werden in der Grundausbildung zu diesem Thema vermittelt
• Welche Projekte oder Unterrichte finden dazu statt
• Welche Praktika finden im Bereich der Prävention statt

2. Berufspolitische Themen
• Akademisierung des Berufes (Bacc., Master Ausbildungen, Ph.D.)
• Spezialisierung in der Physiotherapie
• Weiterbildungsdiplom
• Evidence Based Practice in der Physiotherapie (Verbindung von Ausbildung und den anderen Fachgruppen, Arbeitsgemeinschaften und Landesverbänden)
• Gleichstellung von Abschlüssen an Akademien für Abschlüssen an der FH

3. 2nd European Congress on Physiotherapy Education in Stockholm (25. bis 26.9.2008)
• Vorbereitungen (Einreichung von Themen)
• Nachbearbeitungen (mit der Bewerbung Österreichs für den 3rd European Congress im November 2012 in Wien)

4. Qualitätssicherung in der Ausbildung
Beginn der Ausbildung „Schulung von Qualitätsbeauftragten an Akademien und Fachhochschulen für Physiotherapie" im November 2008.

5. Verankerung des Themas „Palliative Care" in der Grundausbildung

6. Fachhochschulentwicklung in den Bundesländern
Im Jahr 2008 wurden keine Akademien in das Fachhochschul-System übergeführt. Damit gibt es zu Beginn des Jahres 2009 folgende Ausbildungsformen und -Standorte
FH Bachelor Studiengang für Physiotherapie Salzburg (Salzburg), Niederösterreich (St. Pölten, Krems), Steiermark (Graz), Wien (3 Standorte KFJ, AKH, WSP), Tirol (Innsbruck) Akademien für Physiotherapie Oberösterreich (Steyr, Wels, Linz, Ried), Kärnten (Klagenfurt), Tirol (Hall), Burgenland (Jormannsdorf)

7. Definition und Beschreibung für PraktikumsanleiterInnen
Um die praktische Ausbildung zur Physiotherapeutin/zum Physiotherapeuten optimal zu gestalten, ist es wichtig, dass alle Beteiligten (wie z.B. die Ausbildungseinrichtung, PraktikumsanleiterIn, leitende PhysiotherapeutIn der Praktikumsstelle und die Studierenden) integriert sind und wissen wie sie am besten den Lernprozess der Studierenden unterstützen können. Die Ausbildungseinrichtungen haben die Verantwortung und großes Interesse, die Voraussetzungen für eine optimale praktische Ausbildung zu schaffen. Die Praktikumsstellen bzw. die PraktikumsanleiterInnen müssen umfassend in ihrem Bestreben unterstützt werden, um eine optimale Betreuung der Studierenden gewährleisten zu können.

Die Rolle der PraktikumsanleiterInnen
Die meisten PhysiotherapeutInnen haben im Laufe ihrer beruflichen Karriere die Möglichkeit Lernprozesse anderer Personen am Arbeitsplatz zu unterstützen. Die Rolle als PraktikumsanleiterIn ist sehr wichtig, um die nächste Generation von PhysiotherapeutInnen auszubilden und die Haltung und Einstellung der Studierenden positiv zu beeinflussen. Die Studierenden müssen im Laufe ihrer Grundausbildung lernen, dass sie
• ihre praktische Arbeit reflektieren,
• ihren Lernfortschritt erkennen und dokumentieren,
• ihre Lernstrategie im neuen praktischen Umfeld anwenden und ausprobieren.

Was sind die Voraussetzungen für eine Praktikumsanleiterin? Was bedeutet es Praktikumsanleiterin zu sein?
Laut MTD-Ausbildungsverordnung für Fachhochschulen muss die Praktikumsanleitung in der praktischen Ausbildung durch fachkompetente Personen erfolgen, die über eine mindestens einjährige einschlägige Berufserfahrung verfügen und pädagogisch geeignet sind. Gutes Selbstmanagement, gute kommunikative und andere psychosoziale Fähigkeiten und eine positive Einstellung zum Beruf sind weitere wichtige Voraussetzungen für PraktikumsanleiterInnen. Die Hauptaufgaben von PraktikumsanleiterInnen können folgendermaßen zusammengefasst werden:
• Es müssen die Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Studierenden im Rahmen des Praktikums einen Lernprozess durchlaufen können.
• Es muss immer wieder bei Befunderhebungen, Behandlungen und Therapieabschlüssen teilgenommen werden, um geeignetes und prozessförderndes Feedback und eine realistische Beurteilung geben zu können.

Wie erhält man Unterstützung als Praktikumsanleiterin?
In Kooperation mit dem Berufsverband oder mit den Ausbildungseinrichtungen (Fachhochschulen oder Akademien für Physiotherapie) werden immer wieder Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema angeboten. Inhalte solcher Kurse oder Workshops sind unter anderem:
• Das Gespräch in der Praktischen Ausbildung
• Produktive und konstruktive praktische Ausbildung
• Organisatorische und rechtliche Aspekte der praktischen Ausbildung

Im Sinne einer beruflichen Entwicklung und der Karriereplanung könnte auch die Überlegung eines offiziellen Zertifikates für Praktikumsanleiterinnen angedacht werden (vergleiche dazu das Schema der Accredeted Clinical Educators - United Kingdom).
http://www.csp.org.uk/director/groupandnetworks/clinicaleducators/acescheme.cfm

Durch eine formale Anerkennung (wie z.B. ein Zertifikat) als PraktikumsanleiterIn könnte bundesweit die Qualität der praktischen Ausbildung weiter verbessert werden und darüber hinaus könnte die Entwicklung von Standards (sowohl auf der organisatorischen als auch auf der persönlichen Ebene) forciert werden.

Emil Igelsböck, MAS, PT

 

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