Wegweisend für die Akademisierung der Physiotherapie

21 PhysiotherapeutInnen aus Deutschland und Österreich machten sich vor zweieinhalb Jahren auf den Weg, ein neues Kapitel der universitären Ausbildung in ihrem Beruf aufzuschlagen. 17 von ihnen erreichten das Ziel als AbsolventInnen des ersten Master-Studiums in Musculoskeletal Physiotherapy an der Donau-Universität Krems. Am 9. Mai wurde ihnen der Titel „Master of Science“ (MSc) verliehen.

Mit der Verleihung des akademischen Grades wurde nicht nur eine erfolgreiche Premiere im deutschsprachigen Raum abgeschlossen. „Sie werden heute belohnt für die Ziele, die Sie sich vor zweieinhalb Jahren gesteckt haben“, sagte der sichtlich ergriffene Initiator und Projektleiter des Master-Lehrganges, Andreas Gattermeier, in seiner Festrede. (Gattermeier ist …) „Sie sind damit Wegweiser für viele, die nach Ihnen kommen“.

Univ.Prof. Dr. Stefan Nehrer, Vize-Rektor der Donau-Universität und Lehrgangsleiter lobte das hohe Niveau der Master- Arbeiten und betonte die Bedeutung des Lehrgangs im Sinne der Wissenschaft und der Professionalisierung des Physiotherapie- Berufes: „Ganz wesentlich war für mich bei der Beurteilung der Arbeiten die wissenschaftliche Fragestellung. Gleichzeitig stellen wir an der Uni Krems den Anspruch ›Bildung an den Mann zu bringen‹ – sprich: in die Praxis umzusetzen“.

In diesem Sinne „bringt die Akademisierung mehr Evidenz in der Physiotherapie, fördert die interdisziplinäre Arbeit und dient damit dem Wohl unserer KlientInnen“, resümierte Physio Austria-Präsidentin Silvia Mériaux-Kratochvila.

Bei aller Wissenschaftlichkeit profitierte der Master-Lehrgang aber auch von der bunten Zusammensetzung der TeilnehmerInnen. VertreterInnen unterschiedlicher manualtherapeutischer Linien, ganz junge und ältere PhysiotherapeutInnen mit unglaublich viel Erfahrung, sowie die unterschiedliche Herkunft der TeilnehmerInnen zwischen Norddeutschland über Wien bis Graz sorgten für zwischenmenschliche Würze und jede Menge fachlichen und sonstigen Diskussionsstoff. „Oft haben wir noch bei einem Heurigen weitergearbeitet – auch wenn mir das eine Frau nicht geglaubt hat“, erzähle Absolvent Konstantin Beinert schmunzelnd.

Er und seine KollegInnen – eine der TeilnehmerInnen wurde wenige Tage vor der Titel-Verleihung Mutter – könnten auch als besondere StudentInnen in die Annalen der Physiotherapie-Ausbildung eingehen: „Wahrscheinlich war es auch der letzte Kurs“ an dem Prof. Freddy Kaltenborn – einer der maßgeblichen Pioniere der manuellen Therapie – „aktiv als Lehrender teilgenommen hat“, bedauert Gattermeier.

Otto Havelka

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