Die Ergosoma-Methode ist eine komplementär-therapeutische Methode und Teil der Selbstkraftquelle-Methode nach R.V. Tajon, die ihre Wurzeln in den traditionellen Heilmethoden des alten Asiens hat. Die Methode wird auf körperlicher und geistiger Ebene eingesetzt und fördert mit dem salutogenetischen Einsatz einen Stabilisierungs- und Regenerationsprozess.

Durch eine Stärkung der körperlichen und geistigen Funktion wird ein Bewusstseins­prozess gefördert. Der Weg der Selbsterkenntnis kann durch das gestärkte System des Individuums als Resonanzschleife in einem wirken und auch die Resonanz mit der Umwelt verändern, so dass es zum Einklang mit sich selbst, der Natur und den Mitmenschen führen kann. Ergosoma ist in seiner Anwendung phänomenologisch ausgerichtet, d.h. die subjektive Wahrnehmung der Klienten und der Ergosomapraktiker fließt in die Behandlung ein.
Ergosoma ist eine Behandlungsform, die seit einigen Jahren in Deutschland, Schweiz und Österreich ausgebildet, in verschiedenen therapeutischen Berufsgruppen (Physiotherapie, Kranken- und Altenpflege, Psychotherapie, Heilpraktiker, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Hospizarbeit, Kurbetrieb, u.a.) angewendet wird.

Jeder Mensch hat ein angeborenes Vermögen zur Selbstheilung, Selbstregulierung und Regeneration, was in dieser Methode als gesunder, innerer Kern bzw. Quelle bezeichnet wird. Von hier aus kommen alle integrierenden, regulierenden und vitalen Impulse des Menschen. Daraus ergibt sich der Ansatz, alle Funktionen und Aspekte im Menschen zu fördern, in ihrer Wirkung zu unterstützen und deren Vernetzung anzuregen. Daraus folgt, dass sich dieser Ansatz an der Salutogenese orientiert und nicht am Defizit.

ErgosomapraktikerInnen benötigen und entwickeln weiterhin ein fein ausgeprägtes Palpationsvermögen. Der/Die BehandlerIn ertastet und erspürt feinste Spannungen, Festigkeiten, Beweglichkeiten, rhythmische Bewegungen (wie Pulsation, Ausdehnung und Kontraktion), thermische und energetische Phänomene.

Ergosoma benutzt einen methodischen Anwendungsaufbau. In der Beurteilung dieser Phänomene und Befunde orientieren sich ErgosomabehandlerInnen immer am jeweiligen, wahrgenommenen Vitalitätsgrad des Gewebes und der energetischen Kraftzentren.
Die angewendeten Einflüsse bestehen aus zugewandter, neutraler, horchender Aufmerksamkeit und tastenden Berührungen unterschiedlicher adäquater Intensität (z.B. Halten, Drücken, Traktion, sowie kreisende und lineare Massagestreichungen). Der/Die KlientIn reagiert phänomenologisch betrachtet mit individuellen Reaktionen wie Veränderung der Körperspannung (Anspannung, Entspannung), Änderung des Atemrhythmus in Frequenz und Tiefe, Änderung der Pulsfrequenz und Intensität, Änderung der Augenbewegungen (z.B. REM), Änderung der lokalen oder großflächigen thermischen Ausstrahlung und Hautdurchblutung, Änderungen des Wachheitszustandes und der momentanen Aufmerksamkeit, des Muskeltonus, u.v.a.m.

Diese unterschiedlichen Phänomene können sowohl von ErgosomabehandlerInnen als auch von PatientInnen wahrgenommen werden, worauf die BehandlerInnen wie oben beschrieben, begleitend reagieren können.

Ergosoma beinhaltet sowohl eine umfangreiche Behandlungsmethodik für TherapeutInnen, als auch ein Übungsprogramm zur Förderung der Selbstwahrnehmung für PatientInnen.

Die Ergosoma-Methode wird in der Forschungs­arbeit an der Universität Witten-Herdecke als Maßnahme zur Förderung eines Entspannungszustandes eingesetzt. Entspannung ist eine natürliche Möglichkeit des Körpers zwischen erhöhter und verminderter Aktivität zu wechseln, wie zwischen Aktiv und Passiv, zwischen Anspannung und Lockerung, Zusammen­ziehen und Lösung, Systole und Diastole, Einatmen und Ausatmen.
Das Vermögen einer dynamischen Balance zwischen Anspannung und Entspannungsphase führt dazu, auf Reize von innen und außen angepasster mit mehr Flexibilität reagieren zu können. Hier liegt die Verbindung der Entspannung durch Ergosoma und veränderten Wahrnehmungsqualitäten.